Eigentlich hätte ich ja nach den ersten beiden Kategorien schon schlafen gehen können, da kam ich nämlich gleich zweimal auf meine Kosten: Erst ging der Nebenrollen-Oscar tatsächlich an Christoph Waltz, und dann gewann auch noch Oben als bester animierter Film. Für mich einer der schönsten Filme des letzten Jahres überhaupt.
Sehenswert war auch die Übergabe des Regie-Oscars. Barbra Streisand wies darauf hin, dass zum ersten Mal eine Frau oder ein Schwarzer die Chance auf den Gewinn hätten. Sie muss ihr “The time has come”, mit dem sie kurz darauf Kathryn Bigelow ankündigte, sehr genossen haben. Ein schöner Moment. Kathryn Bigelow hat geschafft, was ihr selbst 1992 nicht gelungen war. Ob die Zeit damals noch nicht reif war oder die Kollegen einfach besser, lässt sich schwer sagen. Barbra Streisand wurde seinerzeit nicht mal nominiert, ihr Film Herr der Gezeiten ging bei 7 Nominierungen leer aus. Schade, aber er hatte richtig große Konkurrenz: beispielsweise mit Thelma & Louise und natürlich mit dem Abräumer des Jahres 1992 Das Schweigen der Lämmer. Ich fand den Regie-Oscar für Jonathan Demme goldrichtig.
Den “besten Film” des Jahres 2009 – Tödliches Kommando – habe ich ebenso wie manche der anderen nominierten nicht gesehen. Einige erscheinen ja auch erst noch. Für mich wäre es nach derzeitigem Stand der Dinge wohl Inglorious Basterds geworden. Immer unter Vorbehalt: Letztes Jahr hieß mein Favorit Der seltsame Fall des Benjamin Button. Nachdem ich später Slumdog Millionär nachgeholt habe, fand ich die Entscheidung der Academy gar nicht mal so verkehrt.
Und sonst? Die Anzahl der Dankesreden, bei denen ich den Ton abdrehen musste, hat sich reduziert.
Überhaupt war es eine sauber inszenierte Veranstaltung. Mit einer Panne, die mir gar nicht aufgefallen ist: Bea Arthur (die unschlagbare Dorothy aus den Golden Girls) und Farrah Fawcett wurden bei der “Revue der Verschiedenen” vergessen, das war heute nachzulesen.
Schlaf ist überbewertet, es hat sich durchaus gelohnt.